Den zugegeben etwas sperrigen, aber zugleich eigenartig melodischen Titel für diese Arbeit hat ein Song von Daniel Norgren geliefert, auf den ich zufällig gestoßen bin. Das Projekt, das mich durch mein zweites Jahr am Werkplaats Typografie begleitet hat, fand seinen Ursprung in einem Lesekreis. In der Hochphase der Pandemie traf ich mich alle zwei bis vier Wochen mit drei Freund*innen in einem Zoom-Meeting, um Texte zu besprechen, die sich mit dem Anthropozän auseinandersetzen – ein Begriff, den ich vor unserem ersten Treffen noch nie gehört hatte.
Die pandemischen Bedingungen banden die anderen Teilnehmenden und mich auf beinahe klösterliche Weise an das Gebäude des Werkplaats Typografie am Agnietenplaats in Arnhem. Also habe ich nach Wegen gesucht, die theoretischen Überlegungen in körperliche Erfahrungen und greifbare Objekte zu übersetzen. So ist eine kleine Reihe an Exkursionen entstanden, die mich und weitere Interessierte an unterschiedliche Orte in den Niederlanden geführt hat – darunter etwa das IJsseloog, eine künstliche angelegte Insel und zugleich ein Schlammdepot in der Provinz Flevoland, die wiederum aus in den 1960er Jahren künstlich aufgeschüttetem Land besteht. Zu jeder Exkursion erschien ein Faltblatt mit fragmentarischen Texten.
Das Basislager des Projekts bildete ein Unterschlupf im Untergeschoss des Werkplaats Typografie-Gebäudes, wo ein leuchtend orangener Tarp den Ort unserer Zusammenkünfte markierte. Dort organisierte ich eine Woche lang ein Programm aus Feldforschungs-Workshops, Filmscreenings und einem gemeinsamen Essen. Begleitet wurde es von vier Readern, die sich jeweils einem Begriff aus meiner Recherche verschrieben: „Urgency“, „Trouble“, „Repair“ und „Hospitality“.