Arbeit, „labour“, war das Thema von sonsbeek20→24. Die seit der Nachkriegszeit im niederländischen Arnhem stattfindende Quadriennale stand 2020 unter der Leitung des kuratorischen Teams um Bonaventure Soh Bejeng Ndikung, Aude Mgba, Zippora Elders, Amal Alhaag und Krista Jantowski. Begleitend zu dem erstmals auf mehrere Jahre angelegten Projekt erschien ein Reader mit wissenschaftlichen und essayistischen Beiträgen, Interviews und Gedichten, sorgfältig zusammengeführt und bearbeitet von Redakteur Ibrahim Cissé. Im Auftrag des Werkplaats Typografie, der mit der Gestaltung von sonsbeek20→24 betraut wurde, übernahm ich die Gestaltung dieser Publikation.
Die auf dem Umschlag teils aufgedruckten, teils eingeprägten Linien zeigen die Wege, die durch den Sonsbeek Park in Arnhem führen, dem Namensgeber der Quadriennale. Ausgehend von der physikalischen Definition von Arbeit – Kraft mal Weg – habe ich diesen Gehwegen korrespondierende Lesewege gegenübergestellt. Je nach Anzahl möglicher Abzweigungen schlagen die Linien an den Oberkanten der Innenseiten aus und erinnern dadurch etwa an die Lautstärkeanzeige einer Stereoanlage. Ein Verweis auf die „Klangökologien“, die den Schwerpunkt von sonsbeek20→24 bildeten.
Der Reader kann bei Archive Books bestellt werden.
Parallel erschien der von Marcus Wachter gestaltete Katalog “Force Times Distance. On Labour and its Sonic Ecologies”.
sonsbeek20→24 kam zu einem vorzeitigen Ende, als das kuratorische Team 2021 seinen kollektiven Rücktritt erklärte. Es reagierte damit auf die, wie im Rücktrittsstatement nachzulesen ist, unhaltbaren Arbeitsbedingungen, die von „struktureller Geringschätzung, Vernachlässigung, Respektlosigkeit, Missmanagement, Sexismus und institutionellem Rassismus“ geprägt waren.