Die Bibliothek ist – neben der Küche – die Herzkammer des Backsteingebäudes in Arnhem, das seit 1998 den Werkplaats Typografie beherbergt, ursprünglich aber als Radio-Distributionsstation diente. Sie ist nicht nur ein Speicher weit verzweigten Wissens, sondern auch ein beliebter Treffpunkt. Ich selbst habe nach einiger Zeit begonnen, es meinen Vorgänger*innen gleichzutun und, wann immer sich eine Möglichkeit ergab, auf dem fest eingemauerten Bücherregal in der linken Ecke Platz zu nehmen.
Als sich mir im Rahmen meiner Recherche zum Begriff der Utopie Fragen nach der Spezifik unterschiedlicher Perspektiven stellten, habe ich darüber nachgedacht, wie sich dieser Platz hoch oben in der Bibliothek erschließen lässt. Meine Wahl ist auf eine Handvoll Bouldersteine gefallen, die ich an der Regalmauer angebracht habe.
Das sich nun mitten in der Bibliothek befindliche „Problem“, wie man das Arrangement von Klettersteinen im Boulder-Fachjargon nennt, scheint nun selbst eine Reihe an Fragen zu stellen – Fragen nach utopischen Ideen, nach ihrer Zugänglichkeit, nach Fallhöhen. Eine Liste dieser offenen Fragen habe ich am Tag der Jahrespräsentation „Your Work in Your Work“ vorgelesen, während ich auf dem Regal saß.