Im Jahr 2020/21 übernahmen Emily Turner und ich die Organisation der Bibliothek am Werkplaats Typografie und damit die Fortführung des Projekts „Curating the Library“ für die folgenden Monate. Rasch entschieden wir uns, das Teilen in den Mittelpunkt des Programms zu stellen. Die Teilnehmer*innen des Werkplaats Typografie luden wir dazu ein, ihre Recherchedossiers zu öffnen und miteinander darüber ins Gespräch zu kommen, woran sie gerade arbeiteten – Unfertiges, das sich sozusagen noch im Larvenzustand befand. Als Namensgeber diente uns der Begriff der „Larval Subjects“ aus Gilles Deleuzes „Abécédaire“.
Als Auftakt für unser Vorhaben stellten wir ein Faltblatt zusammen, das unsere Ideen vorstellte und allgemeine Hinweise zur Bibliothek enthielt. Dafür zeichneten wir eine möglichst larvenartige Schrift: „Authentic Larvae“. Allen Teilnehmer*innen ordneten wir einen Buchstaben zu und baten sie, einen Begriff zu finden, der in Beziehung zu ihrem jeweiligen Projekt steht.
Unser kollaboratives Abécédaire des Jahres 2020/21 lautete wie folgt:
A is for Afterimage (Emily Turner)
B is for Breath (Leon Lukas Plum)
C is for Cyber- (Callum Dean)
D is for DIY (Raoul Audouin)
E is for Emmentaler (Nina Schouten)
F is for Four (Wooseok Jang)
G is for Gravity (Marcus Wachter)
H is for House (Mijia Wang)
I is for II (Jan-Pieter Karper)
J is for Japanese (Kaixin Chen)
K is for KINesthetics (Yunie Chae)
L is for Looking (Eglė Petraškaitė)
M is for Mirage (Johanna Himmelsbach)
N is for NON (Tanat Teeradakorn)
O is for ghOstDVD (Theetat Thunkijjanukij)
P is for Pattern (Mariavittoria Campodonico)
Q is for Que*Quoi*Qua* (Vennica Sidibanga Kaseye)
R is for Recreate (Alex Tanazefti)
S is for Stay tuned/(s): sometime(s) plural(s) stretch(es) (Amira Prescott)
T is for Tied (Marianne Noordzij)
U is for You (Yara Veloso)
V is for Via (Yan Zhihan)
W is for World (So-Yeon Kim)
X is for 4,6,7 (Qihang Li)
Y is for YOUTH (Emma Hazen)
Z is for Zen (Lydienne Albertoe)
& is for & is for & is for (Kai Udema)
* is for Acoustics (Tjobo Kho)
Dafür wählten wir ein besonders in Zeiten der Pandemie allgegenwärtiges Format: eine E-Mail-Kette. Zu vorher abgesprochenen Zeitpunkten schickten die Teilnehmer*innen kurze Texte zu ihren Rechercheprojekten in die Runde, ergänzt um weiteres Text- und Bildmaterial. Jede E-Mail als Antwort auf die vorangegangene.